VIDEO PROGRAMM

Video Program in the Library

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1988, Künstlerinnengruppe erfurt, von Irmgard Senf, original 8mm/video

Gabriele Stötzer war eine der Mitbegründerinnen der Künstlerinnengruppe Erfurt in den 1980er Jahren der DDR. Die Frauen malten, woben, töpferten, machten Filme im 8mm-Format und veranstalteten später Performances in Erfurter Kirchen. Die Frauen suchten nach Wegen, sich auszudrücken, in einer kontrollierten Gesellschaft, die von Männern dominiert wurde. Die Frauen konnten nur in Privaträumen oder in Kirchen auftreten. Dieses Video zeigt eine Mode-Objekt-Show in einem Augustinerkloster in Erfurt. Die Leute stellten Kleidungsstücke her. Gabriele Stötzer: ◊Das war Kunst für alle, mit egalitärem, demokratischen Anspruch. Diese Art von Mode war nicht exklusiv, sondern für jeden erhältlich.“ Für die Show suchten die Künstlerinnen Mannequins – normale Frauen, keine Frauen aus Modemagazinen – und viele Frauen folgten dem Aufruf.

2003, Janet Grau, video, 23 min

Rückblick zeigt insgesamt 30 Personen, die Gemälde beschreiben. Diese mehrteilige Installation basiert auf Videomaterial, das im Depot des ◊Kunstfonds des Freistaates Sachsen“ entstand. Die Kunstwerke, die für die Videoproduktion herangezogen wurden, gehörten einst zum ◊Büro für Bildende Kunst des Rates des Bezirkes Dresden“, und gehören jetzt zur Sammlung des Kunstfonds. Aus den über 21.000 Objekten der Sammlung, wählte Janet Grau 15 Bilder aus, die den Teilnehmern des Projekts ◊Rückblick“ gezeigt wurden. Bevor diese die Bilder sahen, wussten sie nicht, mit welcher Art von Gemälden sie konfrontiert würden, auch wussten sie nicht, dass es sich um Gemälde aus der Zeit der früheren DDR handelte. Über mehrere Tage hinweg kam ein Projektteilnehmer nach dem anderen ins Depot, wo sie ◊ihr“ Bild aussuchten. Ihnen wurde nicht gesagt, welche Bilder die anderen ausgesucht hatten. Sie erhielten auch keine Informationen über die Kunstwerke (Künstlername, Titel, Entstehungsjahr). ◊Ich habe sie gebeten, mir das Kunstwerk zu beschreiben, das sie ausgewählt hatten, aber ich habe ihnen keine Anhaltspunkte dafür gegeben, wie sie sie beschreiben sollten“. Das Bild bleibt sowohl der Kamera als auch dem Zuschauer verborgen – nur die Rückseite des Gemäldes ist sichtbar. Das Video lädt uns ein, die Sprecher zu betrachten, ihre Gesten, ihren suchenden Blick und die Momente ihres Unbehagens. Wir werden Zeuge, wie sie sich darum bemühen, das Bild in Worten einzufangen. Wir erleben intime, individuelle Begegnungen mit den Gemälden – keine Fragen über ihren Wert oder Debatten über den politischen Kontext von Kunst. Die Frage nach der Qualität dieser Kunstwerke bleibt unbeantwortet – es gibt weder positive noch negative Unterstellungen, nicht so, wie man es oft bei Werken des Sozialistischen Realismus hat. Stattdessen liegt der Fokus darauf, wie der Prozess von Kunstbetrachtung selbst abläuft und wie der Versuch, diese Erfahrung in Worte zu kleiden. Das Bild spiegelt sich in den Gesichtern, Worten und Körperhaltungen der Projektteilnehmer wider, aber bleibt noch in der Endeinstellung des Videos verborgen. Wir haben nur eine leere Rückseite - ein ironischer Kommentar zur Nicht-Öffentlichkeit dieser Bilder.

2005, Chan-kyong Park, video, sound, 13 min

Im Juni 2000 fand der erste Nord-Süd-Gipfel nach dem Koreakrieg statt. Dieser Film bereitet Fernsehausschnitte auf, die die Flüge von Südkorea nach Pjöngjang zeigen, den Flughafen und die Straßen von Pjöngjang. Die Tonspur spielt den Anfang von Isang Yuns Komposition ◊Double Concerto“, die sich auf den Mythos von Gyeonu und Jiknyeo bezieht. Nach dem Mythos bestraft der Himmelskönig die Faulheit des Paares, indem er einen auf einen Stern im Westen verbannt und den anderen auf einen Stern im Osten. Dem Paar gelingt es jedoch, an einem Tag im Jahr zusammenzukommen, am 7. Juli, wenn die Vögel, die sich ihrer erbarmen, eine Brücke über die Milchstraße hinweg bauen. Der Komponist Yun verglich den Mythos mit den Süd-Nord-Beziehungen. Die Entfernung zwischen Nord und Süd ist so groß wie die über die Milchstraße. Die Begegnung von Gyeonu und Jiknyeo bedeutet Wiedervereinigung. Als Yun das Stück komponierte, mag er sich die unendlich große Zahl von Vögeln vorgestellt haben, die nötig ist, um eine Brücke über die Galaxie zu bauen. Yun konnte nicht in seine geteilte Heimat zurückkehren und starb im Exil – einem gerade wiedervereinigten Deutschland.

2009, Chan-kyong Park, video, 3 min 50 sek

In Nordkorea stellt die Joseon Malerei, die typischerweise stürmische Meere und hohe Wellen zeigt, ein eigenes Genre dar. Die ◊revolutionäre Romantik“ dieser Malerei lässt an den chronischen Energiemangel in Nordkorea denken. Die ◊nationalen Formen“ dieser Malerei erinnern mich an die westlichen Energiekonzerne, die die Vorräte von Öl und Gas im nordkoreanischen Meer erforschen. Die Joseon Maler im Mansudae Art Studio füllen ihre politische Rolle in Nordkorea perfekt aus. Chan-kyong Park macht sich ihre Kunst in seiner Videokunst zu eigen und verbraucht Elektrizität.

1     "Die Wellen von Haegumgang“ (Studie einer Wellenform in der Joseon Malerei, Autor: KIM Sung-Guen, 2.16 Kunsterziehungsverlag, 2003) veröffentlicht in Nordkorea, beinhaltet 60 Fotoabbildungen von Wellengemälden. Das Buch erklärt im Detail auf 120 Seiten, wie das Meer und die Wellen in der Joseon Malerei gemalt werden.

2     Im Jahr 2000 haben Wasserkraftwerke 67 % des elektrischen Stroms in Nordkorea erzeugt. Wegen des Strommangels ist ein System der Rationierung entwickelt worden. Im Land gibt es immer wieder Stromausfälle (Black Outs); außerdem sind die Energieverluste hoch, da das Freileitungsnetz veraltet ist.

3     Derzeit (2002) ist Südkorea nicht bereit, den Norden mit Elektrizität aus dem eigenen Netz zu versorgen. Es ist bekannt, dass Nordkorea mit Russland über die Möglichkeit der Stromversorgungshilfe diskutiert.

4     In der Bucht von West Korea in Nordkorea liegen möglicherweise größere Kohlenwasserstoffvorräte, denn sie gilt Geologen als Verlängerung der chinesischen Bohai Bucht. Firmen wie die schwedische Taurus Energie AB, die britische Soco International und Aminex PLC erforschen die Möglichkeit, Öl und Gas im Nordkoreanischen Meer zu fördern.

GESCHENK (2)

2011, Liu Ding, video, 2:51 min

Dieses Geburtstagsgeschenk wurde von einer Sammlerin für ihren eigenen Geburtstag in Auftrag gegeben und ist eine Videoinstallation auf drei Bildschirmen. Ich nahm den Clip, in dem Marilyn Monroe für Präsident Kennedy ◊Happy Birthday“ singt, auf seiner Geburtstagsparty 1962, habe ihn in Teile geschnitten und zwischen den Gesang Texte von mir eingefügt, die darüber gehen, welche Träume und Erwartungen man im Leben hat.

Hier sind die Texte, die den Gesang Monroes unterbrechen: für einige Leute sind Träume eine alltägliche Übung, ein inneres Programm, ein natürlicher Weg des Seins. Sich eine Position vorzustellen, die anders ist als die, die man schon innehat. Vorauszusehen, in einer Position zu sein, die anders ist als die, die man schon innehat. Sich nach einer Situation zu sehnen, die anders ist als die, in der man sich schon befindet.

LANG LEBE IHRE MAJESTÄT

2002, Kyung-man Kim, 13 min, HD

Daehan News war der Name einer Propaganda-Filmserie, die zwischen 1952 und 1994 vom koreanischen Presseamt gemacht wurde. In dieser Zeit produzierte Daehan News einen Filmclip pro Woche. ◊Lang lebe Ihre Majestät“ ist ein Zusammenschnitt der Daehan News von 1952 bis 1969. In ◊Lang lebe seine Majestät“ geht es um den Diktator Rhee Syngman, den ersten Präsidenten Südkoreas. In dem Film wird er als Mann dargestellt, der jeden Tag so feiert, als ob es sein Geburtstag wäre.

Wenn die USA Nordkorea als totalitäre und unzurechnungsfähige Diktatur definieren, dann nicht, weil Nordkorea etwas missversteht, sondern weil die USA etwas missverstehen.

Wenn die Mehrheit der Amerikaner wüsste, was im letzten Jahrhundert geschehen ist, zum Beispiel wie die US-amerikanische Regierung Kriegsverbrechen und Diktaturen unterstützt hat, dann würden sie wohl kaum so über Nordkorea sprechen. Genauso: wenn Südkorea Nordkorea als totalitäre Gesellschaft definiert, die den Ein-Personen-Kult pflegt, dann hat das eine gewisse Ironie. Die Ironie ist, dass Südkorea in den letzten Jahrzehnten ein Land war, das von verschiedenen Diktatoren beherrscht wurde. Südkorea war also in der gleichen Situation wie Nordkorea – mit einem Unterschied: Der Tyrann hat mehrfach gewechselt.

Die Tatsache, dass die Leute so feindlich gegenüber Nordkorea eingestellt waren und sind und einen Tyrannen wie Präsident Rhee als ◊unseren großen Vater“ verehrt haben, ist ironisch.

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