BIBLIOTHEK / AUSSTELLUNG

THE LIBRARY DATABASE FROM
THE GOETHE-INSTITUT LIBRARY 
AND INFORMATION CENTRE (2004-2009)
FROM PYONGYANG 


Library / Exhibition The several artistic, linguistic, and graphic interventions in the library merge with the continuing activities of the German learning center in Guangzhou. With works by: Sara van der Heide, Chang-Ho Choi, Hans Haacke, Sora Kim and Chen Tong

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2015, Sara van der Heide in Koop. mit
Dongyoung Lee, Daniel Kang Yoon Norregaard und Kristian Johansen
digitaler bibliotheksbestand und 5000 bibliotheks-karteikarten

Die ursprüngliche Idee war, Bücher und andere Medien des früheren Lesesaals in Pjöngjang nach Guangzhou zu transportieren. Aber das Goethe-Institut in Seoul informierte mich darüber, dass die Originalbestände in andere Orte in Asien gebracht wurden, zum Beispiel in die Mongolei, in Medizinfakultäten in Pjöngjang. Was in Guangzhou gezeigt wird, ist der digitale Bibliotheksbestand von 5000 Medieneinheiten: Bücher, DVDs und CDs, die 2004 nach Pjöngjang transportiert worden waren. Alle Bücher, Filme und auch die Musik sind thematisch geordnet. Man kann sie finden unter Schlagwort/Alphabet/Autor/Thema/Zugangsnummer. Die Auswahl der Bücher macht die unterschiedlichen Interessen von Deutschland und Nordkorea deutlich. Der inhaltliche Bestand wurde über einen Zeitraum von zwei Jahren ausgehandelt, wobei die nordkoreanische Regierung unbedingt akademische Literatur über Naturwissenschaften, Technik und Medizin haben wollte, während das Goethe-Institut darauf bestand, dass sich die Hälfte des Bestandes mit deutscher Kultur, Sprache, Literatur und Musik beschäftigte.

2004, Chang-ho Choi, gedruckte textilfahnen

Die gemalte Landschaft von Chonji (Himmelssee) ist auf zwei Fahnen in der Bibliothek zu sehen. Der Gipfel des Paekdu wird in Nordkorea als ◊Heiliger Berg der Revolution“ betrachtet. Choi malt im mongolischen Stil, d.h. er malt Figuren nur durch Farbsetzung – ohne vorher die Konturen festzulegen. Der Berg und die Gegend um ihn herum sind aus zwei Gründen bekannt: einmal weil dort koreanische Rebellen gegen Japaner kämpften, die Korea über Jahrzehnte hinweg besetzt hatten, und dann, weil die Koreaner den Paekdu als einen der drei heiligen Berge betrachten und als Herkunftsort ihrer Ahnen.

Conversation Pieces between Erich Honecker and Kim Il Sung, Back to the Mountain Publishing House, 2015

In den Regalen des Deutschen Lesesaals in der Sektion über die Zeit des Kalten Krieges, befindet sich eine Publikation, die zwei Dokumente
aus den 1970er Jahren enthält. Diese belegen einen Austausch
zwischen den früheren Regierungschefs der Deutschen Demokratischen Republik und der Demokratischen Volksrepublik Korea, nämlich Erich Honecker und Kim Il Sung. Beide Dokumente beziehen sich auf den historischen Freundschaftspakt der DDR und Nordkorea (und auch der VR China), der eine langjährige Beziehung und kulturellen Austausch zwischen Ostdeutschland und Nordkorea begründete. Letztendlich ermöglichte wohl diese Freundschaft die Eröffnung des Deutschen Lesesaals und Informationszentrums in Pjöngjang. Die Briefe von damals beweisen, dass aufseiten der Nordkoreaner ein tiefgehender Wunsch zur Vereinigung (mit Südkorea) bestand, jedoch keinesfalls unter dem Einfluss der USA.

2015, Sara van der Heide, 169 visitenkarten, alphabetisch geordnet

Es gibt 169 Goethe-Institute weltweit, sie fördern die deutsche Sprache und den kulturellen Austausch mit Deutschland und werden finanziell vom deutschen Staat unterstützt. Der Name des Namensgebers der Institution, Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), ist auf 169 Visitenkarten aufgedruckt, zusammen mit jeder einzelnen Adresse aller Goethe-Institute weltweit. Diese vertrauten Objekte sollen die umfassenden und unterschwellig imperialistischen Auswirkungen der Arbeit nationaler Kulturinstitute in einer globalisierten Welt abbilden.
Die Visitenkarten zeigen Johann Wolfgang von Goethe als Universalgenie: als Dichter, als Politiker, als Wissenschaftler, als Dramatiker und als Schriftsteller.

DIE FREIHEIT WIRD JETZT EINFACH GESPONSERT – 
AUS DER PORTOKASSE

1990, Hans Haacke, vier photographien

1990 waren Giovanni Anselmo, Barbara Bloom, Christian Boltanski, Hans Haacke, Rebecca Horn, Ilya Kabakov, Jannis Kounellis, Via Lewandowski, Mario Merz, Raffael Rheinsberg und Krzysztof Wodiczko eingeladen, eine temporäre öffentliche Installation zu gestalten, die aus sich ergänzenden Objekten aus West- wie Ostberlin bestehen sollte. Die Ausstellung, finanziert von der Stadt Westberlin, eröffnete einige Monate vor der Berliner und der deutschen Wiedervereinigung. Der Ausstellungstitel ◊Die Endlichkeit der Freiheit“ stammte von Heiner Müller, einem bekannten ostdeutschen Dramatiker, Dichter, Schriftsteller und Theaterdirektor.

1961, neunundzwanzig Jahre früher, hatte die DDR (Ostdeutschland) um Westberlin herum einen stark bewachten Grenzstreifen gezogen, eine unüberwindbare Mauer gebaut, elektrische Zäune installiert und Minenfelder angelegt. 175 Menschen wurden beim Versuch, in den Westen zu fliehen, in diesem sogenannten Todesstreifen getötet.

Für das oben genannte Projekt wurde ein Wachturm in der Nähe des Grenzübergangs Heinrich-Heine-Straße ausgewählt. In seine Fenster wurde neues getöntes Glas eingebaut, was an das ◊Palasthotel“ in Ostberlin erinnerte, einem Luxus-Gästehaus der DDR. Der Suchscheinwerfer auf dem Dach wurde ersetzt durch einen langsam rotierenden Mercedes-Stern. Seit 1965 hatte sich ein riesiger Mercedes-Stern auf dem Dach des Europacenters gedreht, dem höchsten Gebäude mitten im modernen Westberliner Einkaufsviertel.

Zwei Beschriftungen, in Bronzelettern, wurden auf zwei Seiten des Wachturms installiert. Bei beiden ging es um Zitate berühmter Persönlichkeiten, die in einer Werbeserie von Daimler Benz benutzt worden waren. In einem der Zitate, ◊Bereit sein ist alles“ (Shakespeare) klingt das Motto der Jungen Pioniere, der DDR-Jugendorganisation an: ◊Sei bereit – sei immer bereit“.

Das andere Zitat ◊Kunst bleibt Kunst“ (Goethe), war in Werbeannoncen von Mercedes in der New York Times benutzt worden.

Einige Monate vor der Ausstellung hatte Daimler Benz ein großes brachliegendes Grundstück am Potsdamer Platz gekauft, ein Ort in der Nähe der Mauer, der früher schon das alte Zentrum von Berlin war und auch wieder werden sollte. Die Stadt Berlin verkaufte das Grundstück an Daimler Benz, bevor ein städtischer Bebauungsplan für die neuen Flächen entwickelt worden war. Daimler bezahlte ein Zehntel des geschätzten Marktpreises.

Daimler Benz gehört zu den deutschen Firmen, die Hitlers Weg an die Macht befördert hatten. Vorstandsvorsitzender und Direktor von Daimler waren Mitglieder der SS. Wie andere Firmen auch beschäftigte Daimler Benz während des 2. Weltkriegs zahlreiche Zwangsarbeiter. Nach dem Krieg erholte sich die Firma rasch. Daimler Benz gehört zu den größten Unternehmen Deutschlands und zu den größten Produzenten von Kriegsmaterial. Trotz eines internationalen Waffenembargos versorgte die Firma sowohl das Militär als auch die Polizei des südafrikanischen Apartheidsregimes mit mehr als 6000 Fahrzeugen und Raketenwerfern. In den 1980ern verkaufte Daimler Benz  Hubschrauber, Militärfahrzeuge und Raketen in den Irak, der damals von Saddam Hussein beherrscht wurde.
Daimler Benz ist ein sichtbarer Sponsor von Kunstausstellungen. 1986 beauftragte die Firma Andy Warhol damit, seine Fahrzeuge von den Anfängen bis hinein in die 1980er zu malen. Die Gemäldeserie wurde 1988 posthum im Guggenheim-Museum gezeigt, gesponsert von Mercedes.

2015, Sora Kim, gedruckter text und aufgezeichnete lesungen

Zum Bestand der Deutschen Informationsbibliothek gehören Bücher über deutsche Kultur, Geschichte, Philosophie, Wissenschaft, deutsche Außenpolitik, den Kalten Krieg, den 2. Weltkrieg, Literatur und Musiknoten. Eine zufällige Auswahl von Textstellen aus verschiedenen Büchern wurde an Sora Kim geschickt, die in Seoul lebt. Aus diesen Textstellen kreierte sie einen neuen Text – jenseits von Bedeutung und unterschiedlichen Sprachen. Ihr abstraktes Schreiben gibt einer Sprache Stimme, die weit entfernt ist von konventionellen Kommunikationsformen und logischem Denken. Ihr Werk gibt der Nutzung der Bibliothek und seiner Bücher eine neue Bedeutung und bietet eine Analogie zur aktuellen Umgestaltung der Bibliothek.

DER ECHTE BÜCHERSCHRANK

2015, Chen Tong, bücherschrank, video

Wird es in der Zukunft noch Bücherschränke geben? Einen ◊echten“ Bücherschrank zu machen, bedeutet so viel wie über den Wert des Denkens nachzudenken. Dieser Bücherschrank ist keine Dekoration. Während man ihn macht, denken wir nur an seine Aufnahmekapazität, denn allein der Gedanke hat schon Gewicht. Im öffentlichen Dialog werden wir diskutieren, was für Bücher wir in den Bücherschrank stellen sollten. Zur gleichen Zeit wird das Publikum den Produktionsprozess eines echten Bücherschranks kennenlernen.

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